Sind Sie erkrankt?
Hamburg, 02.02.2009.
Die Erfahrungen und Ereignisse der Soldatinnen und Soldaten in den Auslandseinsätzen gehen nicht immer spurlos an der Seele vorbei. Eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) wird an den Bundeswehrkrankenhäusern, Sanitätszentren und zivilen Einrichtungen stationär und ambulant behandelt. Die Abteilung Neurologie und Psychiatrie am Bundeswehrkrankenhaus Hamburg stellt zu dieser Erkrankung Informationen bereit.
Sie waren im Einsatz? Sie waren in einer Gefahrensituation? Sie waren Gewalt ausgesetzt? Sie waren mit dem Tod konfrontiert? Und: Sie haben sich seitdem verändert? Sie können dies nicht vergessen? Sie sind reizbar? Sie ziehen sich zurück? Dann kann es sein, dass Sie an einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) leiden.
Woran erkenne ich eine PTBS?
Erinnerungen an das belastende Ereignis drängen sich immer wieder ungewollt auf – bei Tag oder nachts in Träumen -, obwohl Sie es vielleicht vergessen möchten. Anspannung, Schlafstörung, Schreckhaftigkeit und Reizbarkeit belasten den Alltag und lassen keine wirkliche Ruhe zu, manchmal von einem Gefühl ständiger Gefahr begleitet. Die Konzentration lässt unerklärlich nach. Betroffene ziehen sich zurück, meiden Situationen und Orte, die sie an das Erlebnis erinnern könnten. Sie nehmen weniger am Leben ihrer Umgebung teil, erleben sich vielleicht von anderen entfremdet, manchmal wie betäubt oder erstarrt. All diese Veränderungen sind besonders kurz nach einem Ereignis oder einem Einsatz normal: Menschen brauchen Zeit, um Schreckliches hinter sich zu lassen.
Wann ist eine Behandlung sinnvoll?
Wir alle wollen mit Belastungen selbst zurecht kommen. Das ist auch richtig. Wir brauchen nicht bei jeder körperlichen oder seelischen Verletzung medizinische Behandlung. Wenn Sie aber das Gefühl haben, dass die Symptome nicht schwinden und Ihr dienstliches und privates Leben darunter leiden, sollten Sie sich Hilfe holen! Die Erfahrung zeigt, dass die PTBS gut behandelbar ist – je eher, desto besser.
Wie und Wo finde ich Hilfe?
Sie können über den Truppenarzt einen ambulanten oder stationären Termin im Bundeswehrkrankenhaus vereinbaren. Danach werden mit Ihnen die weiteren Behandlungsschritte (das Wann, Wie und Wo) abgesprochen.
Wie sieht die Behandlung aus?
Die Behandlung hat die Überwindung der traumatischen Erfahrungen zum Ziel. Sie soll aus dem Erlebten eine Erinnerung machen, die Sie kontrollieren und mit der Sie leben können. Wenn Sie sich zu einer Behandlung im Bundeswehrkrankenhaus Hamburg entscheiden, wird zunächst einmal eine sechs- bis achtwöchige stationäre Therapie durchgeführt. Je nach Fortschritt kann eine ambulante Nachbetreuung bei uns oder bei einem niedergelassenen Therapeuten folgen. Manchmal ist es aber sinnvoller, die Therapie zu einem späteren Zeitpunkt stationär fortzusetzen. Wir arbeiten in einem multiprofessionellen Team mit erprobten Methoden der Traumatherapie. Wir haben insbesondere große Erfahrungen in der Behandlung von militärischen und einsatzbedingten Traumata.

